Fogging. Wenn die Wohnung schwarz wird

Kein seriöser Wissenschaftler oder Experte legt sich wirklich endgültig und ausschließlich fest, was nun die wahren Ursachen für ein Phänomen sind, das sich Fogging nennt. Wenn Wände und Decken plötzlich schwarz werden, handelt es sich in der Regel um diesen Effekt namens Fogging. In den nächsten Ratgebern befassen wir uns mit diesem Phänomen und versuchen, ihm auf den Grund zu gehen. Den Anfang macht die Definition.

 

Fogging – Wenn Wände und Decken plötzlich schwarz werden.

Es ist ein Phänomen, das den Wissenschaftlern auch nach Jahren noch Rätsel aufgibt, der Fogging-Effekt. Davon spricht man, wenn sich Wände und/oder Decken plötzlich schwarz färben. Das kann binnen weniger Stunden, sozusagen von jetzt auf gleich, passieren oder sich über Wochen, Monate und Jahre aufbauen. In der Regel ist es eine Art schwarzer schmieriger Film, der sich an den Flächen absetzt. Eines ist bereits klar: Das Phänomen tritt vornehmlich in den kalten Monaten auf, also während der Heizperiode. Je nach Intensität können die Flecken wieder verschwinden. Das allerdings ist eher die Ausnahme.

Definieren wir „Fogging“: Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet „vernebeln“. Dieser Begriff wird gern in der Sicherheitstechnik benutzt, wenn es darum geht, Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes den Ausgang zu vernebeln. Das aber ist Nebel, der wieder verschwindet. Dafür gibt es spezielle Maschinen und Systeme. Vor diesem Hintergrund ist „Fogging“ im Wohnbereich etwas irreführend und trifft doch. Gehen wir auf die Automobilbranche ein, dann besagt „Foggin“ das Ausgasen schwerflüchtiger Stoffe aus den Kunststoffteilen eines neuen Wagens. Und davon gehen die Wissenschaftler auch im Wohnbereich. Was sich da an Wänden und/oder Decken absetzt ist der sogenannte Schwarzstaub, im weitesten Sinne also auch eine Art Nebel. Nur nehmen wir den erst wahr, wenn die Folgen sichtbar werden. Experten sprechen übrigens vom „magic dust“, eher eine Verharmlosung, denn Magie ist Fogging ganz sicher nicht.

Fogging – ein alter Bekannter

Eigentlich ist das Fogging-Phänomen ein alter Bekannter. Es hat nämlich etwas mit der sogenannten Thermophorese oder auch Thermodiffusion zu tun. Sehr vereinfacht dargestellt beschreiben diese Begriffe die Bewegung von Teilchen vom Warmen ins Kalte, in manchen Fällen auch umgekehrt. Praktisch kann man das zum Beispiel an der Ablagerung von Hausstaub und anderen Partikeln über den Heizkörpern erkennen. Wenn wir das also wissen, erklärt sich auch, dass der Fogging-Effekt in der Regel an kälteren Wänden und/oder Decken auftritt, und: Es erklärt sich auch, warum wir regelmäßig in der kalten Jahreszeit davon hören und es wahrnehmen.

Einschränkung: Betrachten Sie mal die typische Verfärbung über einem Heizkörper. Sie werden feststellen, dass die Fuge zwischen Decke und Wand in der Regel hell bleibt. Das deutet darauf hin, dass Fogging Luftbewegung braucht. In Ecken und Winkeln gibt es die in der Regel nicht. Wärmebrücken können den Effekt übrigens verstärken.

Soweit also der Versuch einer kurzen Definition. Die Betonung liegt auf „Versuch“, denn es ergeben sich jede Menge Fragen, die wir nun abarbeiten wollen. Auch hier gilt: Es ist ein „Versuch“. Betrachten Sie die folgenden Ratgeber bitte nicht als umfassende Ausarbeitung und/oder Ratgeber im rechtlichen Sinne. Wir übernehmen keinerlei Haftung.

Übrigens: Die Thermodiffusion wird seit vielen Jahren erforscht. Ein Ende ist nicht absehbar.

Im nächsten Ratgeber gehen wir auf mögliche Ursachen ein und schauen uns an, wo der Effekt am häufigsten auftritt. Da gibt es sehr interessante Ansätze. Gänzlich klären werden wir das nicht können, denn das Phänomen hat enorm viele Gesichter und mindestens ebenso viele Versuche, es zu ergründen.